Museen und Ausstellungen auf Rügen

Das Kap Arkona besuchen, mal fix zum Königsstuhl und dazwischen noch einen Abstecher in die Ostseebäder. So erleben die meisten Besucher Rügen. Dieses Mal zeigen wir Euch Entdeckungstouren, auf denen Ihr Rügen von seiner weniger bekannten Seite kennenlernt. Es wartet eine Vielzahl an wunderbaren Ausstellungen und Entdeckungen in Rügens Museen auf Euch, die Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet.


Stadtmuseum im Klosterhof Bergen

Stadtmuseum Stadt Bergen auf Rügen
Besticktes Leinentuch, Stadt Bergen © Wiesenberg
Goldkelch, Stadtmuseum Bergen © Wiesenberg

Das Stadtmuseum Bergen auf Rügen befindet sich in einem der barocken Stiftsgebäude im Klosterhof und lädt große wie kleine Besucher zu einem historischen Ausflug ein.

Das Erdgeschoss ist der Ur- und Frühgeschichte Rügens gewidmet. Von den steinzeitlichen Großsteingräbern, über die metallenen Hinterlassenschaften der Bronzezeit bis zur slawischen Tempelburg Arkona führt der Rundgang die Besucher. Im Obergeschoss erhellen ausgewählte Beispiele die Stadtgeschichte Bergens, die untrennbar mit der Gründung des Nonnenklosters 1193 durch den slawischen Fürsten Jaromar I. verbunden ist.

Das prächtige, mittelalterliche Leinentuch (gefertigt um 1330) mit seinen eindrucksvollen Stickereien aus Leinen- und Seidenfäden gehört neben der Replik des romanischen Kelches zu den Highlights in der Dauerausstellung. Erkennbar sind Motive aus einem ritterlichen und höfischen Umfeld. Andere Interpretationen vermuten hier eine verkürzte Umsetzung des Epos von Tristan und Isolde oder betrachten das Leinentuch als textiles Rechtsdokument.
Der vergoldete Kelch der St. Marienkirche von Bergen gilt aufgrund seiner qualitätsvollen Ausführung als eines der berühmtesten Beispiele romanischer Kelche aus Norddeutschland. Das Original wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Bergen auf Rügen verwahrt. Seit 2017 bietet das Stadtmuseum Gelegenheit, die nicht minder beeindruckende Kelchreplik zu bewundern!

Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen werden im Dachgeschoss gezeigt, das mit seinen hölzernen Balken und den weißen Gefachen einen reizvollen Kontrast zu den übrigen Räumlichkeiten bildet.
Führungen durch die Dauerausstellung und zu bestimmten Themen sind nach Vereinbarung möglich. Wechselnde Sonderausstellungen, Vorträge und musikalische Veranstaltungen ergänzen das Angebot.


Stadtmuseum Bergen auf Rügen
Billrothstraße 20A in 18528 Bergen
Mai bis Oktober: Di bis Sa von 10 bis 16.30 Uhr
November bis April: Mo bis Fr 11 bis 15 Uhr
feiertags geschlossen

Barrierefreier Zugang ab dem Haupteingang in der Billrothstraße und zu allen Räumlichkeiten.

museum@stadt-bergen-auf-ruegen.de
www.stadtmuseum-bergen-auf-ruegen.de


Das Pfarrwitwenhaus auf Mönchgut

Pfarrwitwenhaus
im Blumengarten

Dieses historische Kleinod ist seit langem ein beliebtes Motiv für Maler, Literaten oder Fotografen und wird heute als Begegnungsstätte, Museum und Galerie genutzt. Zahlreiche Ausstellungen, insbesondere der bildenden Kunst sowie literarische Veranstaltungen finden hier ihr Domizil. Ein typischer Bauerngarten mit auf Mönchgut beheimateten Blumen und Pflanzen vollendet die malerische Kulisse.

Das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker gilt als eines der ältesten noch erhaltenen Häuser auf Rügen. Charakteristisch an diesem niederdeutschen Hallenhaus sind das auffällig spitze Rohrdach, der „Zuckerhut“, und die verwendeten Materialien wie Holz und Lehm. Das Pfarrwitwenhaus, 1720 erbaut, war eine soziale Einrichtung. Hier erhielt die nach dem Ableben eines Pfarrers mittellose Witwe ihre Unterkunft und alles zum Lebensunterhalt Notwendige.

Pfarrwitwenhaus
Boddenstraße 37
18586 Groß Zicker
bis 31. Oktober täglich 11 bis 16 Uhr


Das Schulmuseum in Middelhagen

Dorfidylle auf Mönchgut

Im historischen Ortskern von Middelhagen vermittelt seit 1986 das Schulmuseum im alten Küsterhaus Einblick in die Mönchguter Schulverhältnisse der Vergangenheit. Neben der Schulstube von 1825 ist die Wohnung des Küsters, Kantors und Dorfschullehrers mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Amtsraum und Küche zu besichtigen. Der Unterrichtsraum der Einklassenschule zeigt Wandrollbilder, Leselerntafel, die Rechenmaschine „Abakus“ und Tierpräparate. Die unterschiedlichen Schulbänke dokumentieren die für die jeweilige Zeit typische Entwicklung. Ein besonderes Erlebnis ist auch die historische Schulstunde im Klassenzimmer, an deren Ende Ihr auch ein Zeugnis ausgehändigt bekommt.

Schulmuseum Middelhagen
Dorfstraße 4
18586 Middelhagen
April, Mai, September & Oktober von 11 bis 16 Uhr
Historische Schulstunde mittwochs um 10 Uhr & 11 Uhr mit Voranmeldung
Juni, Juli & August von 11 bis 17 Uhr
Historische Schulstunde dienstags & mittwochs um 10 Uhr & 11 Uhr mit Voranmeldung
Kontakt: Kurverwaltung Mönchgut, 03 83 08 / 66 01 0


Fischerei- und Hafenmuseum Sassnitz

Das Museumsschiff in Sassnitz

Die Fischerei hat auf Rügen bis heute einen hohen Stellenwert. Daher ergriffen Bürger die Initiative zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins, des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum e. V. Dieser stellte sich das Ziel, die Geschichte von Sassnitz als Stadt der Fischerei und Fischverarbeitung, des Fährschiffs- und Bäderschiffsverkehrs und der Seetouristik darzustellen.

Das Museum eröffnete seine Ausstellung im Mai 1996 und ist seitdem ständig erweitert worden. Wichtigstes Exponat des Museums ist das Museumsschiff „HAVEL“, das gegenüber des Museums seinen Liegeplatz hat. Das Schiff ist der letzte 26m – Kutter, der originalgetreu restauriert erhalten wurde. Es gehörte zu einer Serie von 50 Kuttern, die bis 1990 im ehemaligen VEB Fischkombinat Sassnitz zum Einsatz kamen. Hier werden die Besucher bei einer Führung mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der Fischer an Bord vertraut gemacht und über die Brücke, in die Kammern, Kombüse und den Maschinenraum geführt.

Fischerei- und Hafenmuseum Sassnitz
Im Stadthafen, Haus 12 g
18546 Sassnitz
bis 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr
ab November täglich von 11 bis 17 Uhr


Seefahrer Haus

Seefahrerhaus im Ostseebad Sellin

Wo wir schon beim Thema Fischfang sind, darf auch das bekannte Seefahrerhaus in Sellin nicht fehlen. Direkt am Selliner See gelegen, präsentiert sich das mit Schilfrohr gedeckte Haus in traditioneller Bauweise mit Eichenfachwerk und Backsteinfüllungen.

Gezeigt werden in der liebevoll gestalteten Schau die einfachen Arbeitsgeräte der Fischer und Bootsbauer, alte Navigationsgeräte, Schiffsmodelle, Gemälde, Mobiliar und die begehrten Seefahrer-Souvenirs aus fernen Ländern. Wer zusätzliche Informationen wünscht, kann sich an einem Monitor mit Touch-Screen durch die Ausstellung führen lassen.

Im Dachgeschoss befindet sich die Sonderausstellung „Versteinertes Leben – Fossilien von der Insel Rügen“. Die private Sammlung des Seedorfer Fischers Uwe Kankel enthält einzigartige Exemplare aus verschiedenen Erdzeitaltern. Auch das Archiv des maritimen Volkskundlers Dr. Wolfgang Rudolph, der sich über viele Jahrzehnte mit der Seefahrer- und Fischergeschichte beschäftigt hat, fand im Seefahrerhaus sein Domizil.

Die derzeitige Sonderausstellung vom Blauzahn-Schatz zeigt Kopien des spektakulären Wikingerschatzes, der auf einem Acker bei Schaprode entdeckt und geborgen wurde.

Seefahrerhaus im Ostseebad Sellin
Seestraße 17b
18586 Ostseebad Sellin
Mo geschlossen
Di von 10 bis 15 Uhr
Mi von 12.30 bis 16 Uhr
Do, Fr, Sa von 10 bis 16 Uhr
So von 11 bis 16 Uhr
im November geschlossen


Rookhus Göhren

Eine große architektonische Seltenheit stellt das 1977 als Museum eingerichtete „Rookhus“ dar. Denn das kleine, malerische Fachwerkhaus mit dem tief herabgezogenen, vom Volksmund als Zuckerhut bezeichneten Rohrdach besitzt keinen Schornstein. In dem um 1720 erbauten Rauchhaus lebten Kleinbauern, Tagelöhner und Fischer mit ihren Arbeitsgeräten und ihrem Vieh auf engstem Raum unter einem Dach. In anschaulichen Inszenierungen zeigt das Museum die Wohn-, Arbeits- und Lebensverhältnisse dieser Bevölkerungsschicht. Eine Ausstellung zu der auf Mönchgut betriebenen Fischerei rundet die Präsentation ab.

Rookhus Göhren
Thiessower Straße
18586 Göhren
Mai bis Oktober 14 bis 17 Uhr


Ernst-Moritz-Arndt-Museum in Garz

Auf den Spuren von Ernst Moritz Arndt

Es ist das älteste kulturhistorische Museum der Insel Rügen. Namenspatron ist seit der Einweihung 1937 der auf Rügen geborene Schriftsteller und politische Publizist Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860). Die zentrale Ausstellung gibt Einblicke in die Biografie und stellt sein bis heute kontrovers diskutierte Werk und dessen Wirkung vor. Zur Sammlung gehören u. a. wertvolle literarische Quellen, private Handschriften oder Sachzeugnisse aus dem Familien- und Freundeskreis. Zudem werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.

Ernst-Moritz-Arndt-Museum
An den Anlagen 1
18574 Garz
Di bis Sa von 10 bis 16 Uhr


Heimatmuseum Kloster

Aus dem Leben der Hiddenseer

Das Heimatmuseum befindet sich in der ehemaligen Seenotrettungsstation direkt am Strand von Kloster. Die moderne Dauerausstellung präsentiert umfassend und anschaulich die Geschichte der Insel von den Anfängen bis zur Gegenwart. Besonders beeindruckend ist eine Replik des Hiddenseer Goldschatzes, ein Wikingerschmuck, dessen wertvolles Original im Besitz des Kulturhistorischen Museums Stralsund ist.

Heimatmuseum
Kirchweg 1
18565 Kloster
ab November von Do bis Sa 11 bis 15 Uhr
April bis Oktober von Mo bis Sa 11 bis 16 Uhr