Start Genuss Rügen im Herbstgenuss

Rügen im Herbstgenuss

© Christian Scholz

Der Herbst auf Rügen beginnt mit einigen kulinarischen Verlockungen. Viele Farben sind typisch für den Herbst und diese bunte Vielfalt findet sich auch auf dem Teller wieder. Frisches Obst, aromatische Pilze und andere Leckereien verwöhnen Euren Gaumen. Wir zeigen Euch, womit Rügens Küche in dieser Jahreszeit beeindruckt.

Wilddelikatessen aus der Region

Wild gehört zu den Klassikern der Inselküche. Kurze Transportwege, frische Qualität und die regionale Herkunft machen Wildbret so beliebt. Das Fleisch ist gut bekömmlich und außerdem sehr gesund und nährstoffreich.

Rügens Wälder, insgesamt knapp über 15.000 Hektar, liefern eine Vielzahl an Köstlichkeiten. Zahlreiche Restaurants und Gasthöfe der Insel haben sich auf die Zubereitung von Rot- und Schwarzwild spezialisiert und bereiten Hirschragout, Rehkeule oder zarten Wildschweinbraten mit allerlei anderen regionalen Köstlichkeiten zu. Wer gern deftig schlemmt sollte wachsam die Aufsteller der Restaurants passieren. Oft finden sich auf diesen „wilde“ Wild-Kreationen der Küchenchefs – gespickt mit weiteren regionalen Produkten.

Herbstliches Obst

Aus den farbenprächtigen Blüten sind pralle Früchte herangereift. Und auch hier ist die Vielfalt kam zu toppen: Unzählige Sorten von Äpfeln, Birnen und Pflaumen – sonnengereift und behutsam gewachsen. Im Spätsommer werden die Obstgärten der Bauern geerntet. Zu dieser Zeit bieten Hofläden ihre reichen Erträge an. Und auch den Gastronomen sind im Herbst in Sachen kulinarischer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Als Obstkuchen, Kompott und Marmelade, als naturtrüber Apfelsaft, spritzig als Secco oder auch ergänzend zu Fisch und Fleisch ist das Obst der Insel besonders gefragt.

Sanddorn: die winzige Wunderbeere

Sie ist klein und stachlig, aber dennoch beliebt. Die orangefarbende Frucht, die etwa so groß ist wie eine Erbse, ist eine wahre Vitaminbombe. Schon drei Löffel vom Sanddorn-Saft genügen, um den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C zu decken. In dem gesunden Wildobst befindet sich 10 Mal so viel Vitamin C wie etwa in Zitronen oder anderen Citrusfrüchten.

Die hierzulande bekannte Zitrone des Nordens wird zur Herbstzeit geerntet. In Putgarten am Rügenhof könnt Ihr Euch selbst an das Powerfrüchtchen wagen: Ihr könnt den Sanddorn selbst lesen, putzen, pressen und selbstverständlich kosten. Aber Achtung, die Säure der Minibeere verzieht jegliche Gesichtsmuskeln. Wie sagt man doch so schön: sauer macht lustig, nicht wahr?

Frische Wildfrüchte an frischen Tagen

Nach einem langen herbstlichen Strandspaziergang oder einer Wanderung durch Wald und Flur hat man das Bedürfnis sich innerlich wieder aufzuwärmen. Heimische Beeren und wilde Früchte, dargereicht als Tee oder Fruchtpunsch, eignen sich dafür hervorragend. Neben dem Sanddorn ist auch der Holunder eine beliebte Beere. Die schwarzen Früchte, die wild wachsen, schützen nicht nur vor unerwünschten Erkältungen, sondern spenden uns eine wohlige Wärme. Viele Küchen haben sich auf die Powerfrüchtchen mit hohem Vitamin-C-Gehalt spezialisiert. Die herben Geschmäcker der sehr unterschiedlichen Beeren passen zu herzhaften, aber auch zu süßen Gerichten. Wir empfehlen jede Form des Wildobstes – und davon besonders viel.

Pilzwanderungen durch Rügens Wälder

Es duftet nach Pilzen!

© freepik

Für viele eifrige Sammler ist der Herbst die schönste Zeit des Jahres. Es geht in die Pilze! Streng genommen ist das ganze Jahr über Pilzsaison, denn Pilze wachsen über die meiste Zeit des Jahres unterirdisch. Häufig bilden sie eine enge Symbiose mit den Wurzeln der Bäume. Sie sind dabei wichtig für die Nährstoffversorgung der Bäume und damit für die Ökologie und die Gesundheit des gesamten Waldes. Das gilt auch unter sich verändernden Umweltbedingungen.

Im Herbst wachsen die meisten Pilze dann auf dem Waldboden. Viele der besonders beliebten Speisesorten wie der Steinpilz, der Wiesen- oder der Kleine Waldchampignon sind dann in großen Mengen in den Wäldern zu finden.Auf Rügen gibt es viele Wälder und damit gute Chancen auf eine reiche Ernte bei Euren Wanderungen.

Pilzwanderung im Biosphärenreservat Südost-Rügen

Der Verband INSULA RUGIA e. V. und die Verwaltung des Biosphärenreservates Südost-Rügen laden jedes Jahr im Oktober zu ihrer Pilzwanderung in die Baaber Heide ein. Unter fachkundiger Führung und in Begleitung der Ranger des Biosphärenreservates geht es auf eine 2- bis 3-stündige Tour. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die gesammelten Pilze bestimmen zu lassen und eine Pilzberatung durch das Kreisgesundheitsamt in Anspruch zu nehmen.

Pilzwanderung Naturerbe Zentrum Rügen in Prora

Auch das Naturerbe Zentrum lädt zum Pilze-Sammeln ein. Auf einer Wanderung durch die vielfältigen Wälder der Prora können Teilnehmer unter der kompetenten Begleitung des fachkundigen Pilzberaters Eckhard Berger neue Pilzarten kennenlernen, Interessantes zu Altbekanntem erfahren und Fragen loswerden, die sie schon lange in ihren Pilzkörbchen mit sich herumtragen.

Tipps zum Pilzesammeln

Pilze brauchen Feuchtigkeit und Wärme. Bevorzugte Standorte im Wald sind feuchte, bemooste Mulden und Hänge sowie nasse Baumstümpfe. Pilze finden sich ebenfalls so gut wie nie unter krautigen Pflanzen, insbesondere Farn. Manche Arten wachsen nur unter und an Laubbäumen, andere nur im Wuchsbereich von Nadelbäumen. Rotkappen zum Beispiel findet man zumeist bei oder unter Birken, Hainbuchen und Pappeln. Maronenröhrlinge dagegen gedeihen fast nur unter Kiefern und Fichten.

Pilze richtig ernten und transportieren

Die besten Methoden, um den Pilz aus dem Boden zu nehmen sind, ihn vorsichtig herauszudrehen oder ihn unmittelbar oberhalb des Bodens abzuschneiden. Der Vorteil des Herausdrehens: So erntet man auch den gesamten Stiel, der bei vielen Arten, zum Beispiel beim Steinpilz, sehr köstlich ist. Nach dem Herausdrehen sollte man das Loch allerdings wieder verschließen, damit das Erdreich und die das Loch umgebenden Pflanzen keinen Schaden nehmen. Bei der Mitnahme aus dem Wald sollten die Pilze unbedingt in einem Korb, nicht in einer Plastiktüte transportiert werden. Der Grund: In einer Plastiktüte können die Pilze nicht „atmen“ und verlieren ihre Frische und Würze oder können sogar an Bekömmlichkeit verlieren.

Wie viel Pilze dürfen gesammelt werden?

Pilze dürfen für den Eigengebrauch gesammelt werden. Allerdings gibt es Ausnahmen: So ist das Sammeln im Bereich von Naturdenkmalen, in Naturschutzgebieten und Nationalparks vollständig zu unterlassen. Einige besonders geschützte Pilzarten unterliegen zudem Sammelbeschränkungen, so zum Beispiel Steinpilz, Birkenpilz, Rotkappen und Pfifferlinge wie auch alle Morchelarten. Diese Arten dürfen laut Gesetz nur „in geringen Mengen” für den „Eigengebrauch” gesammelt werden.

Auf Sicherheit muss man immer achten, wenn man in die Pilze geht. Viele Pilzarten sind giftig und ähneln dabei den essbaren Sorten zum Verwechseln. Die gesammelten Pilze sollte man vor dem Verzehr durch zertifizierte Pilzsachverständige überprüfen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) gibt auf ihrer Seite www.dgfm-ev.de viele Ratschläge rund um das Thema Pilze.

Der Kürbis wird gefeiert

Sobald es Herbst wird, erobert der Kürbis so manchen Lebensbereich. Ob Butternuss, Hokkaido, Bischofsmütze oder Sweet Dumpling: der Kürbis ist der beliebteste und vielfältigste Herbstbote – nicht nur in der Küche.

So schnitzt Ihr Euren Kürbis

Rund um den 31. Oktober dreht sich auf Rügen alles um den Kürbis. Je gruseliger desto besser – zumindest optisch. Vielerorts wird zu dieser Zeit Halloween nach ursprünglich amerikanischer Tradition zelebriert. Als dekoratives Element macht er sich vorzüglich und ausgeschnitzt ist er ein wahrer Hingucker. Die ganze Familie hat einen Riesenspaß daran den Kürbis auszuschlachten und ihm ein Gesicht zu verleihen.

Kürbisschnitzen: Schritt für Schritt

  • Zuerst sucht Ihr Euch ein Motiv aus, dass auf einen Kürbis passt. Wenn Ihr noch nicht so viel Übung darin habt, wählt vielleicht ein Einfaches: ohne viele Ecken, Kanten oder Schnörkel. Das Motiv bestimmt dann die Größe Eures Kürbisses. Besonders eignet sich die Hokkaidokürbis für Euer Vorhaben.
  • Malt Euer gewünschtes Motiv auf den Kürbis, stecht mit dem Messer einen Kreis um den Kürbisstil herum und nehmt den Deckel vorsichtig ab.
  • Nun beginnt das Aushöhlen. Je mehr Ihr von der Wand abschabt, desto einfacher wird es Euch gelingen, anschließend das Motiv zu schnitzen. Das Aushöhlen funktioniert auch gut mit einem Löffel. Das ausgehöhlte Fruchtfleisch könnt Ihr für eine leckere Suppe verwenden.
  • Zuletzt folgt das Schnitzen. Nehmt ein geeignetes Messer und ritzt Euer Wunschmotiv auf den Kürbis. Fertig!

Rügens Ausflugstipps für Kürbisfans

Auch in Karls Erlebnis-Dorf dreht sich im Herbst alles um den Kürbis. Schaut vorbei und seht selber, wie viele verschiedene Sorten von Speise- und Zierkürbissen es gibt!  

Für alle, die den Kürbis weniger als dekoratives Element bevorzugen, empfehlen wir einen Ausflug in Rügens Inselküche. Der Kürbis ist der Star der Herbstküche und das nicht nur wegen seines knalligen Aussehens. Ob als Beilage, in der Pasta, als Suppe oder im Risotto: der saisonale und regionale Leckerbissen wird von allen geliebt.  

Rügener Gans zum Martinsfest

Rügen feiert am 11. November nicht nur den Schutzpatron Sankt Martin, sondern zelebriert auch das Martinsgans-Essen in diversen Veranstaltungen und Specials. Ob in der heimischen Küche selbst zubereitet oder im Rahmen der Martins-Wochen in einem der zahlreichen Restaurants genossen, vielerorts auf Rügen wird der Tag traditionell mit einem Festtagsbraten begangen, z.B. bei Bauer Kliewe.
Bild: © freepik

Genuss-Events auf Rügen

Kohlwochen im Gutshaus Rügenhof
26.09. bis 31.10.2020, täglich von 11 bis 18 Uhr, Dorfstr. 22, 18556 Kap Arkona
Leckereien rund um Kohl u.a. Schmorkohl und Kohlroulade, Verkauf von frischem Weiß- und Rotkohl

Kulinarische Ortsführung Göhren
08.09. und 23.09., 14.10. und 28.10.2020, von 11 bis 13 Uhr, Treff: Haus des Gastes, Poststr. 9, 18586 Göhren
An verschiedenen Stationen Göhrens kommt Ihr in den Genuss einer kleinen kulinarischen Auswahl. Im Anschluss folgt ein Kaffeetrinken und Verkostungen in der Manufaktur für Köstlichkeiten der Familie Knobloch. Achtung: Eine Voranmeldung bis zum Vortag ist erforderlich für die Teilnahme! Max. 15 Teilnehmer. Für die Begrüßung ist ein Mund-Nasen-Schutz erforderlich. Änderungen bezüglich Teilnehmerzahl, Inhalt oder auch Absage jederzeit möglich. 12,50 € (inkl. Kaffee und Kuchen)

Im Herbst erwarten Euch viele kulinarische Veranstaltungen. Weitere Termine findet Ihr hier im Veranstaltungskalender.