365 Tage RügenKultur

Rügen ist Deutschlands größter Fundort

Blogger 28. Januar 2019 Kein Kommentar

Nirgendwo werden so viele archäologisch wertvolle Entdeckungen gemacht wie auf Rügen. Im April 2018 sind Archäologen auf einen wertvollen skandinavisch dominierten Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert und damit aus der Umbruchsepoche von der Wikingerzeit zum Christentum gestoßen. Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern nahe der Ortschaft Schaprode konnten Hals- und Armreife, Perlen, Fibeln, einen Thorshammer, Ringschmuck sowie etwa 500 bis 600 teilweise zerhackte Münzen, von denen mehr als 100 Münzen der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) zugeordnet werden konnten, geborgen werden.

Steinzeitliche Werkzeuge wurden auf Rügen in der Vergangenheit zu tausenden entdeckt – auch bronzezeitliche Arbeitsgeräte, Schmuck und Kultgegenstände. Bei den archäologischen Grabungen bei Ralswiek kamen 2000 arabische Silbermünzen zum Vorschein, Fachleute machten historisch interessante und wertvolle Funde am Kap Arkona, Unterwasserarchäologen entdeckten Schätze in den zahlreichen Wracks vor Rügens Küste. Doch von diesen Funden ist auf Rügen nach der eigentlichen Entdeckung nichts mehr zu sehen. Ganz Deutschland rühmt sich mit Inselfunden, denn Rügens Schätze sind im ganzen Land verteilt. Bis nach Nürnberg ins Germanische Nationalmuseum sind die steinzeitlichen Artefakte von der Insel Rügen gereist. Im Ur- und Frühgeschichtsmuseum in Berlin-Charlottenburg, an der Universität in Greifswald, der ehemaligen Akademie der Wissenschaften in Berlin, beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin und im Stralsund Museum – überall befinden sich historische Schätze aus der Geschichte Rügens und Hiddensees ­ meist unveröffentlicht oder wissenschaftlich unbearbeitet.