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Wie Rügens Norden beeindruckt

Im Rügenhof in Putgarten einkehren

Wer In den Norden reist, will unbedingt ans Kap Arkona auf der Halbinsel Wittow. Schon von Weitem fällt den Besuchern das Wahrzeichen Wittows ins Auge, die Türme am Kap Arkona. Von der Aussichtsplattform des Schinkelturms oder vom Peilturm aus hat man einen herrlichen Blick über das Windland. Wer die einmalige Steilküste kennenlernen möchte, startet am besten in Putgarten. Hier steht ein alter restaurierter Gutshof: der Rügenhof. Traditionelle Handwerkskunst und Produkte der Region werden hier in traditioneller Atmosphäre präsentiert. Rund ums Jahr finden am Rügenhof besondere Veranstaltungen statt. In den Sommermonaten gibt es jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr auf dem Rügenhof maritime Livemusik von Käpt`n Otto auf dem Schifferklavier zu erleben. Der Rügenhof ist aber auch ohne Musik als touristisches Zentrum des Ortes mit seinen kleinen Läden und Cafés sowie als Start zu Erkundungen zum Kap Arkona sehr zu empfehlen.

© Tourismusgesellschaft mbH Kap Arkona

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Tourismusgesellschaft mbH am Kap.

Naturerlebnisse am Kap Arkona

Die abwechslungsreiche Landschaft ist geprägt durch die Steilküste im Norden und die flache Boddenlandschaft im Süden. Mit bis zu 2000 Sonnenstunden pro Jahr gehört das Kap außerdem zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands. Etwa 1 km nordwestlich des Kaps befindet sich der sogenannte Gellort, der nördlichste Punkt Mecklenburg-Vorpommerns. Zu seinen Füßen liegt am Strand der Siebenschneiderstein, einer der größten Findlinge Rügens. Fossilienjäger kommen hier besonders auf ihre Kosten, denn meist dauert es nicht lange und der erste Donnerkeil oder Seeigel ist gefunden.

Das Kap beherbergt neben der 45 Meter hohen Steilküste eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten: Direkt an der Kappspitze liegt der Burgwall der Jaromarsburg. Daneben glitzert die Glaskuppel des restaurierten Peilturmes. Auf dem Wege zu den beiden Leuchttürmen hat der Deutsche Wetterdienst seinen traditionellen Sitz. Sowohl der Schinkelturm als auch der Peilturm sind zu besichtigen.

Im Garten des Leuchtturmwärterhauses finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Künstler und Kunsthandwerker haben sich im Peilturm und um die beiden Leuchttürme angesiedelt. Alle Veranstaltungen findet Ihr auch in der Rügen-App.

Die Kapelle im Fischerdorf Vitt

Unweit vom Kap liegt das kleine Fischerdorf Vitt und seine reetgedeckte Kapelle. Der einfache Bau entstand aus der Not heraus. Weil der damalige Pastor Kosegarten immer wieder die fleißigen Heringsfischer aus dem Dörfchen Vitt in seinen Gottesdiensten vermisste, verlegte er seine Predigten an das Steilufer bei Kap Arkona. Als dies wenig fruchtete, ließ er 1806 eine mit Feldsteinen verputzte achteckige Kapelle oberhalb des Dorfes errichten. Erst etwa 80 Jahre später entstanden der Kanzelaltar und das gusseiserne Kruzifix. Eine Kopie des Gemäldes “Christus rettet den im Meer versinkenden Petrus” und das 1990 vom Italiener Mucchi geschaffene überlebensgroße Wandgemälde “Menschen im Sturm” schmücken das sonst eher schlicht gehaltene Innere der Kirche. Schaut unbedingt mal in dieses ehrwürdige Gebäude rein!

Ein Industriedenkmal: die Kreideladebrücke in Wiek

Auch die kleinen Ortschaften auf Wittow haben ihren Reiz. Hier erfährt man viel über Geschichte, Traditionen und das Leben der „Nordmänner“. Neben Fisch- und Viehzucht gehörte auch der Kreidebau zu den wichtigsten Industriezweigen auf Rügen. Die alte Kreideladebrücke in Wiek weist darauf hin. Kurz vor dem 1. Weltkrieg plante man, auch am Kap Arkona Kreide abzubauen. Diese sollte mit Feldbahnen nach Wiek transportiert, über eine Brücke im Wieker Hafen zu den Schiffen gebracht und anschließend nach Stettin verschifft werden. So lautete der Plan. Dazu kam es allerdings nie, denn der Krieg durchkreuzte alle Kreideabbaupläne: die Brücke wurde niemals fertiggestellt. Was blieb, war ein Industriedenkmal, das im Laufe der Jahre mehr und mehr zu Ruine wurde. Rund einhundert Jahre nach Baubeginn konnte die ehemalige Kreideladebrücke saniert werden: Im Sommer 2014 hat sie als „schwebende Promenade“ ein neues Leben begonnen: Die rund 140 Meter lange Brücke ist ein Logenplatz für Romantiker, denn von dort aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den Bug, die Insel Hiddensee und die feurigen Sonnenuntergänge über der Ostsee.