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Wo Ihr in Seelenruhe wandern könnt

Der Wanderfrühling 2020 ist ja coronabedingt gecancelt. Das heißt aber nicht, dass man nicht trotzdem in die schöne Natur der Insel darf. Ob in Familie, mit dem Partner oder allein: Entdeckt Rügens abwechslungsreichen Norden zu Fuß. Die Ostsee hat einen hohen Erholungsfaktor und tut uns einfach gut. Rund um das Meer tummeln sich zahlreiche Erlebnisse, doch überzeugt Euch einfach selbst!

Ausflug in den Inselnorden

Die Wanderung beginnt am Parkplatz von Putgarten und führt über die Halbinsel Wittow, dem so genannten Windland von Rügen und nördlichstem Punkt der Insel. Mit bis zu 2.000 Sonnenstunden im Jahr gehört Wittow zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands.

Bereits vom Parkplatz aus sind die Wahrzeichen des Kaps, die zwei Leuchttürme und der Peilturm zu sehen. Die Tour beginnt zunächst in entgegengesetzter Richtung nach Fernlüttkevitz. Vom Parkplatz aus geht es links auf die Plattenstraße, die bis zum Steilufer, dem Goorer Berg, führt. Am Steilufer angekommen geht es nach links ab auf den ausgewiesenen Wanderweg E 10. Diesem bis zum kleinen Fischerörtchen Vitt folgen. Hier werdet Ihr feststellen, dass die Zeit stehengeblieben ist. Die urigen schilfgedeckten Häuser wirken wie ein Museumsdorf. Einige der Heimathäuser haben heute immer noch Runen anstelle von Hausnummern an den Wänden zu stehen.  

Schatzsuche an der Ostsee

In Fischerort Vitt bietet sich ein kleiner Abstecher an den steinigen Strand von Vitt an, denn dieser ist beliebte Fundstelle zahlreicher Feuersteine, Hühnergötter, Donnerkeile oder versteinerter Seeigel.

Ganz in der Nähe vom Hauptweg befindet sich auch eine weitere Attraktion, die achteckige Kapelle. Die Wittower haben dieses besondere Gebäude trotz oder besonders wegen seiner vielen Ecken und Kanten ins Herz geschlossen. Von hier kann man dem Wanderweg E 10 in Richtung der Leuchttürme folgen, der unmittelbar an der Kliffkante entlangführt. Am Wegesrand stehen verschiedene Skulpturen, die wahrscheinlich von einem Kunstprojekt stammen.

Geschichten um die Jaromasburg und den mächtigen Burgwall

Hinter der Veilchentreppe folgen die Überreste der ehemaligen Jaromarsburg, die im 6. Jahrhundert zu Ehren des Gottes Svantevit errichtet wurde und sicher eingebettet in einem 25 Meter hohen Burgwall entlang der Steilküste lag. Große Teile der Tempelanlage sind allerdings durch Erosionen der Küste bereits in die Ostsee gestürzt. Diese Kultstätte der Ranen wird seit Jahren archäologisch untersucht. Zahlreiche Pfeilspitzen, Silbermünzen, Perlen und anderer Schmuck wurden bei Ausgrabungsarbeiten bereits gefunden. Mehrere Schautafeln bieten weiterführenden Informationen dazu.

Glanzstücke der Architektur am Kap Arkona

An den Überresten der Burg vorbei geht es zum Kap Arkona mit dem ehemaligen Peilturm der Marine und den zwei Leuchttürmen. Der ältere und kleinere Leuchtturm ist heute nicht mehr in Betrieb. Stattdessen wird der sogenannte Schinkelturm nun für Ausstellungen genutzt und beherbergt ein Standesamt. Unmittelbar daneben steht der Höhere, der seit 1902 betrieben wird.

Alte Bunkeranlagen als Relikte

In direkter Nähe erinnert ein schwarz-rot-gelber Grenzstein, dass hier einst Grenz- und militärisches Sperrgebiet war, wovon heute noch die Bunkeranlagen zeugen. Die Wanderung führt weiter nordwärts auf dem weiß-blau-weiß markierten Wanderweg E 10 zum nördlichsten Punkt der Insel, dem Gellort.

Bei guter Sicht kann man hier von der Aussichtsplattform aus am Horizont die dänische Insel Mön mit ihrer Kreideküste erblicken. Unterhalb der Plattform liegt ein gewaltiger Findling namens „Siebenschneiderstein“ am Strand. Der Wanderweg führt weiter bis zum Parkplatz mit Strandabgang. Hier den ausgewiesenen Wanderweg verlassen und auf der verkehrsberuhigten Landstraße zurück in Richtung Fernlüttkevitz gehen. An der nächsten Kreuzung geht es linksherum zurück zum Parkplatz von Putgarten.

Nach dem schönen Wanderweg, der frischen Meeresluft und den vielen Erlebnissen rund um das Kap Arkona fühlt Ihr Euch wie neu geboren.