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Lost Places auf Rügen

Auf der Insel gibt es unglaublich viele dieser vergessenen Orte. Die Faszination an solch alten Gemäuern rührt oft daher, dass es unendlich viel zu entdecken gibt und viele spannende Fragen aufgeworfen werden.

Geheimnisvolle Orte, die es auf Rügen zu entdecken gibt

Alte Schlösser, ein verborgener Hexenwald und jede Menge Abenteuer. Lasst Euch in eine vergessene Welt entführen und erkundet Rügens Geschichte auf eigenem Fuß.

Das Schloss Dwasieden in Sassnitz

Dieses Schloss wurde in den Jahren 1873 bis 1877 im Auftrag von Adolph von Hansemann, Inhaber der Disconto-Gesellschaft in Berlin und einer der reichsten Männer der Bismarckzeit, erbaut. Architekt des imposanten Herrenhauses war Friedrich Hitzig, ein Schüler von Friedrich Schinkel – jener Meister, der auf Rügen das Jagdschloss oder Leuchtturm am Kap Arkona konzipierte. Der Bau war angelehnt an die Bäderarchitektur, die für die Ostseeküste Vorpommerns prägend ist. Ein quadratisches, zweigeschossiges Schloss, an dessen Seiten sich Säulengänge befanden. Diese endeten in offenen, tempelartigen Pavillons. An den Eckseiten ragten Aussichtstürme mit pfeilerartig hervortretenden Wandstreifen empor.

Der Prachtbau wurde 1948 im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone gesprengt. Heute stehen an diesem Ort nur noch Ruinenreste und der Marstall – und das macht ihn besonders magisch.

So gelangt man zum Schloss Dwasieden
Die Ruine befindet sich auf einer Anhöhe oberhalb der Ostsee, unmittelbar südwestlich am Stadthafen von Sassnitz. Folgt zunächst der Straße der Jugend bis zum Schmetterlingspavillon. Statt der abknickenden Vorfahrtsstraße zu folgen, fahrt Ihr geradeaus weiter (Richtung Berufsschule). Linkerhand von Euch liegt nun das Gelände Dwasieden, zwei ehemalige Zufahrten mit Wachhäuschen weisen Euch den Weg. Mit dem Betreten des ehemaligen Militärgeländes beginnt die Reise in eine vergessene Welt – selbstverständlich auf eigene Gefahr! Folgt etwa 30 Minuten dem Hauptweg bis Ihr die Ruine erreicht.

Geführte Exkursionen zur Schlossruine Dwasieden findet Ihr hier in unserem Veranstaltungskalender.

Legenden und Märchen rund um Lietzow

Ein abenteuerlicher Wasserturm, ein verlassener Tennisplatz und bizarre Bäume, die an den Film Blair Witch Project erinnern: An diesem Ort ist es schon ein wenig spooky. Doch lest selbst die spannende Geschichte um diesen Lost Place bei Lietzow auf Rügen.

Herrenhaus und Hexenbuchen im Waldpark Semper

Ursprünglich gehörten Land und Wald um Lietzow der Familie Lietz. Im Jahre 1913 wurde es dann an Dr. Walter von Brüning verkauft, der zwischen 1916 und 1922 nach Plänen des Berliner Architekten Georg Steinmetz das heutige Herrenhaus „Schloss Semper“, den Marstall, das Gärtnerhaus, die Orangerie, Ställe und einen Wasserturm erbauen ließ.

Die Wasserversorgung des Schlosses wurde durch einen Wasserturm gewährleistet. Um dieses Bauwerk in Wald zu integrieren, wurde die Fassade sehr aufwendig mit Feldsteinen verkleidet. Auf diese Weise wirkt der Turm noch mythischer und erweckt nicht gerade den Anschein eines romantischen Rapunzelturms. Bis 1953 war dieser Bau aktiv und auch heute noch wirkt das Gebäude solide und kraftvoll. Auch der ehemalige Tennisplatz lässt erahnen, wie hier einst die Schlossbewohner ihren Alltag mit Sport füllten.

1945 wurde der Eigentümer enteignet. Das Herrenhaus sollte als Kultur- und Ausbildungsstätte dienen und eine wechselvolle Geschichte erfahren.

Schloss und Park in Lietzow sind restauriert

Auch heute noch wird das Schloss genutzt. Auch der 38 Hektar große Schlosspark wird vom Landschaftspflegeverband Rügen e.V. gehegt und wurde in den letzten Jahren aufwendig nach seinem historischen Vorbild erneuert: So zum Beispiel die Fassade des Wasserturms, die Wege und auch die Fläche rund um den alten Tennisplatz.

Der Park ist einfach besonders, auch wegen seiner dendrologischen Rarität der Süntelbuchen. Wegen ihres knochigen Erscheinungsbildes werden sie auch Hexenbuchen genannt.

So gelangt man zum Waldpark
Einfach in Lietzow den Hinweisschildern folgen. Am Wasserturm geht es rechts zu den Süntelbuchen.