8 magische Seen Rügens, die Euch verzaubern

Wasser ist auf einer Insel zentral. Auf Rügen seid Ihr von keinem Ort aus mehr als 7 km von diesem Element entfernt. Egal, ob Ostsee, Binnensee oder Bodden, die Insel ist umschlossen und durchzogen von traumhaften Gewässern. Wir haben uns die Rügenschen Seen einmal genauer angeschaut und wieder mal festgestellt, wie besonders jeder einzelne von ihnen ist. Kommt mit durch Rügens Seenlandschaft!


1. Der Schmachter See: Wasserwelten abseits der Küste im Ostseebad Binz

Schmachter See in Binz

Nur 700 Meter vom Binzer Ostseestrand entfernt liegt im Westen des Ostseebades der Schmachter See. Der schilfumrandete Binnensee ist etwa 135 Hektar groß und bietet Lebensraum für vielfältige Flora und Fauna. Die Promenade am Schmachter See ist insbesondere am Abend ein beliebter Treffpunkt, um in ruhiger Atmosphäre den Sonnenuntergang zu erleben. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt weiträumig um den See herum. Der Uferbereich in Binz ausgebaut und es entstand der Park der Sinne. Der zugehörige Wasserspielplatz ist besonders bei kleinen Spaziergängern sehr beliebt.

So entstand dieser See auf Rügen

Der Schmachter See entstand gegen Ende der letzten Eiszeit, als hier eine Gletscherzunge lag. Das Tal entwickelte sich zum See, später zu einer Meeresbucht der Ostsee. Vor 5.000 Jahren wurde das Seebecken durch die Nehrung der „Schmalen Heide“ von der Ostsee abgeriegelt. Übrig blieb faktisch ein Rinnsal, der das Niederungsgebiet des Schmachter Sees in die Ostsee entwässert. Dieser Entwässerungsgraben wird als „Ahlbeck“ bezeichnet. Der südliche Teil des Sees verlandete zunehmend. Er hat heute im Zentrum nur noch ein bis zwei Meter Wassertiefe. Starke „Mudde“-Schichten (Schlamm) bedecken seinen Grund.

Lebensraum Schmachter See

Die Hänge des Sees sind überwiegend von naturnahem Buchenwald bedeckt, den sogenannten Fangerien. Der Hangfuß ist von Sickerquellen durchsetzt, Erlenbrüche und Sümpfe schließen sich seewärts an. Zum Teil bilden Röhrichte und Schwingmoorvegetation die Ufer, auch sonst ist das Gebiet reich an gefährdeten Pflanzenarten. Der Schmachter See sowie seine Uferbereiche sind Brut-, Rast- und Nahrungsbiotop einer artenreichen Vogelwelt, unter anderem Rohrdommel, Drosselrohrsänger, Graugans, Entenarten, Gänse- und Zwergsäger, See- und Fischadler.


2. Der Herthasee: Sagenhaftes mitten im Wald auf Jasmund

Herthasee auf Jasmund

Am Wanderweg zwischen dem Besucherparkplatz in Hagen und dem Nationalpark Zentrum Königsstuhl liegt der Herthasee. Unzählige Sagen handeln von diesem etwa 11 Meter tiefen, kreisförmigen See. So auch diese: In diesem unmittelbar neben der Herthaburg liegenden Waldsee soll die Göttin Hertha zur Erntezeit nach einer anstrengenden Fahrt über das Land gebadet haben. Der Sage nach sollen Dienerinnen und Diener den Wagen gewaschen und Hilfe bei den heiligen Handlungen geleistet haben. Anschließend sollen sie im See ertränkt worden sein, um nichts von alledem auszuplaudern. Heute sollen sich die Ertränkten häufig am Ufer versammeln.


3. Der Nonnensee: grüne Oase nahe der Stadt Bergen

Nonnensee im Winter

Der bei Bergen liegende Nonnensee friert häufig, wenn die Temperaturen kalt und knackig werden, zu. Damit ist der 75 Hektar große Schmelzwassersee, der während der Eiszeit entstand, im Winter ein Anziehungspunkt für Wintersportler auf Kufen. Aber auch den Rest des Jahres ist der See ein eindrucksvolles Ausflugsziel. Auf dem von Kastanien gesäumten 5 Kilometer langen Rundweg um das Gewässer läuft es sich zur großen Freude aller Jogging- und Nordic Walking – Begeisterten ideal.

Wer es nicht ganz so eilig hat wie die sportlich Aktiven, der kann sich gemächlich auf dem Spaziergang mit oder ohne Vierbeiner um den See begeben und auf dem 8 Meter hohen Aussichtsturm Tierarten wie Enten, Reiher, Graugänse und seltenes Federvieh beobachten.

ÜBRIGENS: Die landschaftliche Szenerie und einmalige Atmosphäre machen den Nonnensee und auch den Herthasee zu besonderen Kraftorten. Lest hier mehr!

Wie kam der Nonnensee zu seinem Namen?

An dieser Stelle, schenkt man der Sage Glaube, soll einst ein Nonnenkloster gestanden haben. Da die Nonnen ein nicht sehr frommes Leben führten, ließ Gott eines Tages eine Sturzflut vom Himmel her auf das Kloster hereinbrechen und es untergehen. Seitdem sollen die Geister der ertrunkenen Nonnen junge Männer angelockt und, als diese der Wasseroberfläche zu Nahe kamen, in den See gezogen haben.


4. und 5. Der Neuensiener und der Selliner See: beeindruckendes Duo

Selliner See

Insgesamt 234 Hektar umfasst das heutige Naturschutzgebiet Neuensiener und Selliner See. Neben den beiden Gewässern zählt auch noch der dazwischenliegende Hohe Berg mit zum Areal. Es ist Bestandteil der Küstenlandschaft Südostrügen und des Vogelschutzgebietes Greifswalder Bodden und südlicher Strelasund. Neben Sellin und Seedorf grenzen ebenfalls Baabe und Lancken-Granitz an die Ufer, die mit ihren Schilfgürteln ganzjährig Quartier für verschiedene (Wasser-) Vögel sind. Im Hafen von Sellin können bis zu 80 Boote festmachen. 365 Meter ragt der Steg in den See hinaus.


6. Der Schwarze See: mystische Schönheit in der Granitz

Schwarzer See bei Sellin

Über den Hochuferweg nördlich von der Selliner Seebrücke gelangen Wanderer in etwa 30 Minuten zum Schwarzen See in der Granitz. Der Schwarze See hat eine Fläche von 23 Hektar und ist 15 Meter tief. Im Randbereich des Sees findet man Torfmoos, Wollgräser, Fieberklee, Moosbeere und Rosmarinheide. Der See selbst hat einen reichen Fischbestand, dennoch ist Angeln hier strengsten verboten!

Am Ufer des Sees liegt ein schöner Rastplatz. Über einen kleinen Holzsteg kann man bis auf den Schwarzen See gelangen und genießt neben dem Blick auf Seerosen einen tollen Rundumblick über den ruhig gelegenen See.


7. Der Wreecher See: Naturparadies bei Putbus

Wreecher See nahe Putbus

Südwestlich der Stadt Putbus befindet sich die Bucht Wreecher See, die nach dem am Ostufer gelegenen Örtchen Wreechen benannt ist. Das 77 Hektar große Gewässer stammt aus der letzten Eiszeit und ist mit dem Greifswalder Bodden verbunden. Seit 1990 ist der See Naturschutzgebiet und gehört mit zum Biosphärenreservat Südost-Rügen. Aufgrund seiner breiten Schilfgürtel ist er ein beliebter Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz für unterschiedlichste (Wasser-) Vogelarten.


8. Tetzitzer See: unberührtes Naturreich im Nordwesten Rügens

Tetzitzer See im Nordwesten Rügens

Flankiert durch eine sanft hügelige Landschaft präsentiert sich der Tetzitzer See im nordwestlichen Teil der Insel Rügen. Zusammen mit der Halbinsel Liddow und den Banzelvitzer Bergen bildet das stille, binnenliegende Boddengewässer ein insgesamt über 1000 Hektar großes Naturschutzgebiet. Über den Liddower Strom ist der Tetzitzer See mit dem Großen Jasmunder Bodden verbunden.


Phänomen Bodden: weder See noch Meer

Großer Jasmunder Bodden

Wenn man Rügens Seenlandschaft kennenlernen möchte, kommt man nicht um die Bodden herum. Was genau ist der Bodden und wo findet man Boddengewässer auf Rügen? Bodden sind weitgehend vom Land umschlossene Gewässer, auch als Lagunen bezeichnet, die aber Verbindung mit dem Meer haben. Das Meer bildete sie durch Anspülung von Nehrungen. Bodden sind meist Flachgewässer und bestehen größtenteils aus Brackwasser.

Zu Rügen gehören die Nordrügener, der Schaproder, der Kubitzer und der Rügische Bodden

Zu den Nordrügener Bodden zählen der Wieker Bodden, der Rassower Strom, der Große Jasmunder Bodden mit seinen kleinen Nebengewässern (Breetzer, Breeger und Lebbiner Bodden, Neuendorfer Wiek, Tetzitzer, Mittel- und Spykerscher See) und der Kleine Jasmunder Bodden. Die Nordrügener Bodden bilden dabei eine ca. 94 Quadratkilometer große sogenannte Innenboddenkette und sind beinahe vollständig von der Insel Rügen und den dazugehörenden Halbinseln umschlossen.

Einzig im Norden von Rügen, wo auf Höhe des Bugs der Wieker auf den Vitter Bodden trifft, findet ein ständiger Wasseraustausch mit der Ostsee statt. Zwischen dem Nordteil der kleinen Schwesterinsel Hiddensee sowie den Rügener Halbinseln Bug und Schaprode befindet sich der Vitter Bodden. Im Norden grenzt das nach dem Hiddenseer Hauptort Vitte benannte Gewässer an die Bucht Libben und hat darüber eine Verbindung zur Ostsee.

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Eva-Maria

Eva-Maria

Mit ihrem geschulten Rügen-Kennerblick erkundet Eva-Maria gern mit ihrer Familie die ganze Insel und zeigt Euch ihre Lieblingsplätze. Im Südosten der Insel Rügen verbrachte sie ihre Bullerbü-Kindheit und ging dann zum Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften nach Wien. Vom Land in die Stadt, vom Meer auf den Berg: nach diesem Kontrastprogramm hat sie wieder auf Rügen Fuß gefasst. Was sie mit Rügen verbindet? Heimat, die tägliche Dosis Meer und ein Gespür für die Eigenarten der Rüganer, die trotz kühlem Wesen ein großes Herz für ihre Insel haben.